Weltweites Bienensterben

Der Mensch braucht Bienen und andere Insekten, denn trotz des technischen Fortschritts hängt die Landwirtschaft von den Bestäubern ab. Agrargifte, Parasiten und Monokulturen setzen den Tieren zu. 

Die gute Nachrichte vorneweg: Seit Mai 2018 ist in der EU der Einsatz von Neonikotinoiden zum Schutz der Bienen verboten. Neonikotinoide schädigen das Nervensystem der Bienen. Bereits seit 2013 durften sie in Europa nicht mehr auf blühenden Pflanzen gespritzt werden, auf denen sich Bienen niederlassen. Seit Mai hat ein EU das Verbot verschärft: Die Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen europaweit generell nicht mehr im Freiland eingesetzt werden.  Nach Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sind die Pestizide bereits für Bienen und andere Insekten schädlich, wenn der Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, mit den Giften verseucht ist.

Forscher warnen allerdings, dass ein Totalverbot den Insekten langfistig nicht hilft, da die Landwirte notgedrungen auf andere Pestizide ausweichen werden. Sie fordern deshalb ein generelles Umdenken in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion: Weg von Monokulturen, wieder hin zu mehr Vielfalt.

Wildbienen besonders gefährdet

Wildbienen, wie zum Beispiel Hummeln, Sandbienen oder Pelzbienen, leiden besonders unter dem Verlust der Vielfalt in unseren Landschaften. Monokulturen, Verstädterung und invasive Pflanzen rauben ihnen Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen. Aber auch Honigbienen werden durch Massentrachten wie Raps oder Sonnernblumen geschwächt: Sind die Felder abgeerntet, hungern die Insekten.

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Monokultur Rapsfeld

Varroa-Milbe grösste Bedrohung für die Honigbiene

Viele Experten sehen in der Varroa-Milbe eine der grössten Gefahren für unsere Honigbiene. Die Milbe wurde vor gut 30 Jahren aus Asien eingeschleppt. Sie schwächt die Bienen nicht nur durch den direkten Befall, sondern überträgt auch andere Krankheitserreger. Bisher mussten Imker trotz Behandlung mit Milbengiften oder organischen Säuren über den Winter mit Völkerverlusten zwischen 15 und 40 Prozent rechnen. Forscher der Universität Hohenheim  haben mit dem Wirkstoff Lithiumchlorid jetzt einen vielversprechenden Gegner im Kampf gegen die gefährliche Milbe gefunden. Derzeit laufen bereits Gespräche mit Unternehmen, mit dem Ziel einer Produktentwicklung und Zulassung.

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Biene mit Varroa-Milbe